Gemeinsam mit den Gruppenleitern Käferchen und Korni unseres befreundeten Stammes „Roter Fuchs“ in Lommatzsch machte sich unser Meutenführer lilie zu einer abenteuerlichen und lustigen Fahrt in der sächsischen Schweiz auf. Gemeinsam sammelten sie das Erlebte in folgendem unterhaltsamen Bericht…

Freitag 24.09.2021 

Wir trafen uns am Bhf. Bad Schandau, von wo aus wir noch eine Viertelstunde mit dem Bus auf den Elbhang hoch nach Reinhardtsdorf-Schöna fuhren. Auf dem schnurgeraden asphaltierten Schlosserhübelweg gings dann durch den Wald geradewegs auf den großen Zschirnstein zu. Am Weg war viel frisch geschlagenes Nadelholz zu sehen und vor allem zu riechen. Kurz vor einer Rechtskurve hörten wir Motorengeräusch und räumten grade noch rechtzeitig die schmale Straße, bevor ein Vierzigtonner mit Holz angerauscht kam, der uns sonst garantiert mitgenommen hätte. Bald darauf erreichten wir den Zschirnsteinborn und kosteten die Brunnenkresse, die dort gradezu wuchert. Nachdem jeder einmal gekostet hatte und wir uns einig waren, dass die Quelle ein guter Platz wäre, um am nächsten Tag unsere Wasservorräte aufzufüllen, gingen wir weiter. Langsam mussten wir doch auch mal da sein – schließlich hatten wir schon den kurzen Anreiseweg genommen! Doch nach zehn Minuten kamen wir an ein Schild, nach dem es noch eine halbe Stunde bis zur Boofe sein sollte. Eine halbe Stunde? Es wird doch schon bald dunkel!

Ein kurzes Stück weiter kamen wir unterm Großen Zschirnstein aus dem Wald und konnten die Boofe schon von unten sehen. Wir fragten uns, ob man uns hier singen hören würde. Am besten geht einer hoch und testet das! Das haben wir an dieser Stelle allerdings noch nicht getan, sondern uns auf Bergsteigerpfaden bis nach oben gekämpft. Die phrophezeite halbe Stunde später trafen wir oben Bruce den Boofenbilz, der uns fortan Gesellschaft leistete und erst zum Ende unserer Fahrt mit geknicktem Kopfe (an uns) einging. Wir aßen kaltes Abendbrot, das uns unter anderem die mitgebrachte Rahmtorte, der Himbeer-Senf-Käse und der warme Tee ausm Kelly Kettle® (was für ein abgefahrener Kocher!!!) versüßten und anschließend sangen wir noch bis in die Puppen.

Samstag 25.09.2021

Am nächsten Morgen wachten wir auf, weil Korni uns volljammerte, dass es bereits hell war. In diesem Moment realisierten wir, dass wir den Sonnenaufgang leider verpasst hatten. Zwar waren wir bereits zwischendurch einige Male wach geworden, doch aufgrund der Bewölkung konnten wir nicht sehen, wann die Sonne über den Horizont lugte. Außerdem war uns unklar, wo Osten ist. Noch nach dem Aufstehen stritten wir uns, wo wir die Himmelsrichtung einordnen sollten. Wir überprüften dies gleichzeitig mit diversen Navigationsapps, dem Sonnenstand, der Karte und dem rechthabenden Mini-Kompass, dem wir prinzipiell misstrauten. Im Übrigen hieß Bruce jetzt Peter, lilies Sitzstein war Steve, der Buchhaltebusch Berta und der rostige Mördernagel, der schon seit Jahren in der Boofe verrottete, Norbert.

Wir begannen den Tag mit ein paar Liedern und aßen schön gediegen Frühstück mit Porridge und geschnittenen Äpfeln aus dem Kelly Kettle®. Dor lilie war immer wieder, wenn wir das Teil anheizten von seinem geringen Holzverbrauch und dem enormen Energieumsatz begeistert. Den Vormittag wollten wir mit einem zentralen Inhalt unserer Fahrt verbringen: Jeder sagte der Reih um eine Zahl und diese schlugen wir dann im Liederbock auf. Egal welches Lied sich auf dieser Seite befand – wir sangen und spielten es! Und wenn wir es zuvor mühsam einstudieren mussten! Wir kamen damit gerade richtig in Fahrt, hatten eine Menge Spaß und lernten massig neue Lieder, als uns Käferchen, unsere Melodiegitarristin, erpresste: Sie würde keine weiteren, unbekannten Lieder vorspielen, wenn wir nicht erstmal mit ihr Geocachen gehen würden.

Gegen Mittag zogen wir also Richtung Quelle hin, um auf dem Weg einige Caches zu holen. Am Morgen bemerkten wir noch, dass Käferchen und Korni das Salz vergessen hatten. Dennoch haben wir uns auf dem Weg nicht getraut, die vorbeiziehenden Wandersleute nach Salz zu fragen und einen Salzstein haben wir leider auch nicht gefunden. An der Quelle angekommen – es ist dann doch eine andere als der Born mit Brunnenkresse geworden – entschlossen wir uns, hier unser Mittagessen zu uns zu nehmen. Unsere Nudeln kochten wir in Wasser, dass wir auf besondere Art und Weise gesalzen haben. An dieser Stelle möchten wir nicht ins Detail gehen, wie wir das angestellt haben… Der Erfolg unserer Technik hielt sich eh in Grenzen, aber der salzige Käse hat das Geschmacksruder nochmal rumgerissen. Der Umgang mit dem Kelly-Kettle®-Feuer bereitete uns nach wie vor Paranoia, von einem Ranger erwischt zu werden und Ärger zu bekommen. Deshalb hatten wir heimlich hinterm Baumstumpf gekocht, es hatte fürchterlich gequalmt aber der Wald verteilte den Rauch ganz gut… Gerade hatten wir das Feuer gelöscht, da raste tatsächlich ein Ranger in seinem Jeep an uns vorbei. Erleichtert lachten wir alle.

Nach dem Essen wollten wir nur kurz noch einige Caches heben und sind dann auf einem Powertrail (Cacher-Jargon) gelandet und von einem Cache zum nächsten gelaufen. An einem sind wir zwanzig mal vorbei gelaufen, hoch und wieder runter: Erst hatte Korni nicht auf die Meteranzeige geschaut, dann hatten wir ihn nicht gefunden und schließlich wollten wir aufgeben und doch wieder nicht, bis wir den Cache schließlich fanden. Um zur Boofe zurück zu kehren, mussten wir dann aber einen ordentlichen Umweg nehmen und sind volle Kanne querfeldein gelaufen – über abgeholzte Waldhügel, durch enge, kratzige Nadelwälder und durch moorige Bachauslaufstellen, an denen lilies kaputte Schuhe sich zu wandernden Tümpeln verwandelten. Käferchen hat unterwegs ein Pilzmesser gefunden, welches jetzt in der Boofe ruht.

Auf dem Rückweg zur Boofe machten lilie und Korni eine finale Liederpause am Platz vorm Wald unterhalb der Boofe, und just saßen oben ganz paar Leute und applaudierten unserem Liedervortrage. Da wussten wir: Uns hörte man durch das ganze Tal hier, und sangen gleich noch ein paar mehr. Käferchen lief derweil schon voraus, da sie von ihrem eigenen Geocachen so fertig war, dass sie endlich mal ankommen wollte. Als lilie und Korni anschließend grade beim schweren Aufstieg waren, kam ihnen die Idee mit dem unnöödschen Ballast, und so wurde der Weg sehr lustig. Schade, dass Käferchen schon oben war.

Am Abend wollte Käferchen singen, wir andern aber mal auf den Stein steigen und den Sonnenuntergang sehen. Wir gingen zunächst vollkommen falsch und rannten dann quer durch den Wald auf die Sonne zu, nur um auf einen großen Weg zu kommen und lieber wieder zurückzugehen. Leider war der Weg nicht mehr aufzufinden, sodass wir bis an die Klippe gingen und Käferchens Singen hörten. Wir ließen uns dann von ihr wieder nach unten lotsen und leisteten ihr beim Singen Gesellschaft. Als es schon fast dunkel war, entschied sich Käferchen doch für den Sonnenuntergang und dann musste alles sehr schnell gehen, wir rafften also Gitarre, Liederbücher und Kamera zusammen und rannten wie die blöden auf den Gipfel. Diesmal folgen wir anderen Wegen, kamen an eine prima Stelle und erlebten glücklich noch die letzte Viertelstunde des Sonnenuntergangs. Wir sangen noch ein mehrstimmiges Lied, ernteten dafür einige Anerkennung von Zuhörern und traten den Rückweg an. Abends wurde natürlich ausgiebig gesungen.

Am Abend stiegen hinterm Elbtal noch nicht ungelogen dreißig Heißluftballons in die Luft, manche hatten es aber schwerer als andere und einer machte sogar fast eine Bruchlandung, was schön und sehr spannend zu verfolgen war.

Sonntag 26.09.21

Diesmal gab es einen Sonnenaufgang, den sich Käferchen und lilie angeschaut haben. Dor lilie ging dann wieder in den Schlafsack schnarchen und Käferchen blieb wach, um die Stimmung zu genießen. Korni schlief diesmal besser, trotz der ätzenden Helligkeit. Früh gabs wieder Porridge und kein Ranger hats gesehn. Die heißen Ranger und nicht Rover, das sind nämlich die Frauen – wär auch das mal geklärt. Danach wurde zusammengepackt und beim Packen ist nichts passiert.

Beim Rückweg wollten wir auf direktem Weg nach Kleingießhübel laufen, verpassten aber bei politischen Debatten 2–3 Abzweigungen und gingen grundfalsch eine große Runde. Bevor uns das bewusst wurde, machten wir noch mehrere Singepausen, danach hatte Käferchen wegen Prüfungsstresses Hummeln im Hintern und wir legten einen GeWALDmarsch hin. Gebracht hats nix, also machten wir auf einer schönen Bank kurz vorm Ort gediegen Pause und quatschten noch ne Runde. Durch den Ort gings noch mal ziemlich hoch und runter, aber endlich kamen wir an der Bushaltestelle an und sangen sogar noch ein bisschen, außer dem sauren Käferchen, das sich nicht traute.

~ Ende ~  

– lilie, Korni und Käferchen

(Fahrtenbericht von der Querkursfahrt in der sächsischen Schweiz [24. – 26.09.2021])

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